Ein im April stark geschwächt aufgefundener Bartgeier ist nach mehrmonatiger Pflege in die Natur zurückgekehrt. Die Stiftung Pro Bartgeier und die Glarner Wildhut entliessen das junge Männchen am 18. August 2026 in Linthal in die Freiheit.

Text: J&N
Quelle: Departement Bau und Umwelt, Kanton Glarus
Am 1. April wurde im Tierfehd in Linthal ein flugunfähiger Bartgeier entdeckt. Die kantonale Wildhut fing das geschwächte Tier ein und brachte es für Untersuchungen ins Tierspital Zürich. Laut Medienmitteilung des Glarner Departements Bau und Umwelt litt der Vogel unter schweren Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen.
Erhöhte Bleiwerte festgestellt
Kollisionen und Bleivergiftungen zählen gemäss Mitteilung zu den häufigsten Ursachen solcher Symptome. Die Untersuchungen hätten erhöhte Bleiwerte im Blut ergeben. Diese hätten die ausgeprägten Beschwerden jedoch nicht vollständig erklären können.
„Bereits eine geringe Bleibelastung kann die Vitalität und das Reaktionsvermögen von Greifvögeln beeinträchtigen“, heisst es in der Mitteilung. Die Verantwortlichen vermuten deshalb, dass die Belastung eine Kollision begünstigt haben könnte. Dabei habe der Bartgeier möglicherweise ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.
Pflege im Tierpark Goldau
Der im Jahr 2025 im Tessin ausgeflogene und Lepontino II getaufte Vogel wurde anschliessend in der Wildtier-Pflegestation des Natur- und Tierparks Goldau betreut. Dort erholte sich das junge Männchen während mehrerer Monate.
„Ein im April stark geschwächt aufgefundener Bartgeier ist wieder in der freien Natur“, erklärt das Departement Bau und Umwelt. Am 18. August konnte Lepontino II schliesslich in Linthal ausgewildert werden. Die Freilassung erfolgte durch die Stiftung Pro Bartgeier und die kantonale Wildhut.
28.08.2026