Wolf wegen Verdacht auf Hybridisierung erlegt

Wildhüter des Kantons Wallis haben Ende Januar einen Wolf mit auffallend dunkler Fellfärbung erlegt. Der Kanton, das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Fachstelle für das Monitoring der Grossraubtiere (KORA) vermuteten, dass es sich um einen Wolf-Hund-Mischling handelte. Die genetischen Analysen der Universität Lausanne wie auch diejenigen des Zentrums für Wildtiergenetik in Gelnhausen zeigen nun, dass es kein Hybrid war.

Veröffentlicht am 01.03.2022

Seit dem Herbst 2021 hatte die Dienstelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis (DJFW) aufgrund von Fotos und Videos von Wildkameras Kenntnis von einem Wolf mit auffallend dunkler Fellfärbung. Basierend auf der Fellfärbung und der Grösse des Tieres, vermuteten die Fachleute des Kantons, des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), der Fachstelle für das Monitoring der Grossraubtiere (KORA) wie auch europäische Experten, dass es sich bei diesem Tier um einen Mischling aus einer Wolf-Hund-Paarung handeln könnte. Wenn solche Tiere die Vielfalt der einheimischen Arten bedrohen, müssen die Kantone laut der eidgenössischen Jagdverordnung diese nach Möglichkeit aus der Wildbahn entfernen, um ihre Vermehrung zu verhindern. Deshalb wurde in Absprache mit dem BAFU und nach Rücksprache mit der KORA dieser Wolf Ende Januar erlegt.

Das Tier wurde anschliessend am Tierspital Bern (FIWI) untersucht. Zudem analysierte das Labor für Populationsgenetik der Universität Lausanne sowie das Zentrum für Wildtiergenetik in Gelnhausen (D) den Wolf genetisch.

Diese Analysen zeigen, dass das Tier ein genetisch reiner Wolf war, dessen Genom in den letzten vier Generationen keine Einkreuzung von einem Hund aufweist, also kein Hybrid war. Er stammt aus der italienisch-französischen Population. Dieses Ergebnis zeigt, dass die äusseren Merkmale in Wolfspopulationen italienischer Herkunft in grösserem Ausmass variieren können, als bisher angenommen.

Die Behörden und Fachleute gehen davon aus, dass in der Schweiz im Gegensatz zu einigen Nachbarländern bisher noch keine Wolf-Hund-Paarungen erfolgt sind. Deshalb ist es wichtig, das bei begründetem Verdacht auf Wolf-Hund-Mischlinge diese auch in der Schweiz erlegt werden.

Quelle: Medienmitteilung Kanton Wallis

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