Der Hirschbestand in Graubünden ist erneut leicht gesunken. Die Regierung sieht die Jagd weiterhin als wichtigen Beitrag zur Regulierung der Wildbestände.

Text: J&N
Quelle: Kanton Graubünden
Der Hirschbestand in Graubünden ist erneut leicht zurückgegangen. Gleichzeitig bewegen sich die Rehbestände auf dem Niveau des Vorjahres, während bei den Feldhasen ein neuer Höchstwert registriert wurde. Die Regierung sieht die Jagd weiterhin als wichtigen Bestandteil zur Umsetzung der Strategie «Lebensraum Wald-Wild 2021».
Die aktuellen Bestandserhebungen 2026 zeigen laut einer Medienmitteilung der Bündner Regierung, dass sich der Hirschbestand im Kanton weiter reduziert hat. Trotz des aussergewöhnlich milden Winters werde der Frühlingsbestand auf 13’485 Tiere geschätzt – rund 100 Hirsche weniger als im Vorjahr.
Hirschbestand entwickelt sich wie geplant
«Trotz des milden Winters mit wenig Fallwild konnte der kantonale Hirschbestand im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht reduziert werden. Das ist ein Erfolg und eine grossartige Leistung der Jägerschaft», erklärte Adrian Arquint, Co-Leiter des Amts für Jagd und Fischerei.
Wie die Verantwortlichen mitteilen, habe die Jagd ihren Auftrag zur Reduktion des Hirschbestands im vergangenen Jahr erfüllt. Seit 2020 sei der Bestand um 17 Prozent beziehungsweise 2805 Tiere gesunken. Dies entspreche den Zielen der Strategie «Lebensraum Wald-Wild 2021», auch wenn die angestrebten Zielbestände noch nicht in allen Regionen erreicht seien.
«In 19 der 21 Hirschregionen entspricht die Entwicklung des Hirschbestands der Zielsetzung der Strategie Lebensraum Wald-Wild 2021, wobei der Zielbestand aber noch nicht überall erreicht ist», sagte Adrian Arquint.
Für die Jagd 2026 sieht der kantonale Abschussplan den Abschuss von 4616 Hirschen vor. Davon sollen 2514 weibliche Tiere sein. Die Bejagung von Rehen und Gämsen bewege sich in den meisten Regionen auf dem Niveau des Vorjahres. Für eine nachhaltige Waldverjüngung sei es laut Medienmitteilung weiterhin wichtig, Rehgeissen und Gämsen im Wald intensiv zu bejagen.
Unterschiedliche Entwicklung beim Rehwild
In den Rehtestgebieten wurden im Frühling 970 Tiere gezählt, 46 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig seien bei den Hirschtaxationen 3088 Rehe erfasst worden, gegenüber 3302 im Jahr 2025. Wie hoch die regionalen Rehbestände tatsächlich seien, werde sich laut Mitteilung erst anhand der Rehbockstrecke der Hochjagd zeigen.
Rekordwert bei den Feldhasen
Auch beim Niederwild liegen erste Ergebnisse vor. Nach Angaben der Regierung weisen sowohl Feldhasen als auch Birkhühner in vielen Gebieten stabile Bestände auf hohem Niveau auf. Bei den Hirschzählungen wurden 1306 Feldhasen registriert – so viele wie noch nie.
Die bisherigen Jagdbetriebsvorschriften hätten sich laut den Verantwortlichen für eine nachhaltige Bejagung bewährt und würden deshalb unverändert weitergeführt. Zudem seien sich die Jägerinnen und Jäger ihrer Verantwortung bewusst und engagierten sich aktiv für die Hege dieser Arten.
Jagdtermine stehen fest
Die Hochjagd findet vom 3. bis 13. September sowie vom 21. bis 30. September 2026 statt. Die Niederjagd dauert vom 1. Oktober bis 30. November, die Passjagd vom 1. November 2026 bis zum 28. Februar 2027. Die Steinwildjagd ist zwischen dem 5. Oktober und 8. November vorgesehen, wobei pro Jägerin oder Jäger maximal 20 Jagdtage möglich sind. Eine Sonderjagd auf Hirsch und Reh kann je nach Region zwischen dem 31. Oktober und dem 20. Dezember durchgeführt werden.
01.07.2026