Neue Untersuchung liefert erstmals eine schweizweite Einschätzung zur möglichen Verbreitung des Goldschakals und soll als Grundlage für Monitoring und Vorbereitung dienen.

Text: J&N
Quelle: Stiftung KORA
Der Goldschakal könnte künftig in weiten Teilen der Schweiz geeignete Lebensräume finden. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Stiftung KORA. Die Untersuchung liefert erstmals eine schweizweite Einschätzung möglicher Besiedlungsgebiete und soll als Grundlage für das künftige Monitoring der Art dienen.
Geeignete Gebiete identifiziert
Mit der fortschreitenden Ausbreitung des Goldschakals in Europa und mehreren etablierten Familiengruppen nahe der Schweizer Grenze in Deutschland werde auch eine natürliche Besiedlung der Schweiz zunehmend wahrscheinlicher, heisst es in der Medienmitteilung.
Im Rahmen eines Goldschakal-Projekts werteten die Forschenden wissenschaftliche Studien aus verschiedenen europäischen Ländern aus. Ziel war es, ökologische Faktoren zu identifizieren, welche die Lebensraumeignung für den Goldschakal beeinflussen. Auf dieser Basis entstanden mehrere Modelle zur Einschätzung geeigneter Lebensräume in der Schweiz.
Berücksichtigt wurden dabei unter anderem Landnutzung und Landschaftsstruktur, die Nähe zu Gewässern, die Dauer der Schneebedeckung sowie die Anwesenheit von Wölfen, heisst es weiter in der Medienmitteilung.

Hohe Eignung im Mittelland und nördlichen Jura
Die Ergebnisse zeigen laut der Stiftung KORA, dass grosse Teile der Schweiz grundsätzlich geeignete Lebensräume für den Goldschakal darstellen. Besonders günstig erscheinen demnach das Schweizer Mittelland und der nördliche Jura.
Zur Überprüfung der Modelle verglichen die Forschenden die errechnete Lebensraumeignung an Orten mit bestätigten Goldschakal-Nachweisen mit jener von zufällig gewählten Standorten. «Die Auswertungen zeigen einen signifikant höheren Lebensraum-Eignungs-Wert an Orten, wo Goldschakale tatsächlich nachgewiesen wurden. Das zeigt, dass die Modelle die Lebensraumeignung für den Goldschakal in der Schweiz voraussagen können», erklären die Verantwortlichen.
Grundlage für künftiges Monitoring
Die Identifikation potenzieller Besiedlungsgebiete sei eine wichtige Voraussetzung für ein gezieltes Monitoring, die frühzeitige Information relevanter Akteure sowie die Vorbereitung auf die Ankunft der Art in der Schweiz, heisst es weiter.
Seit 2011 wird der Goldschakal in der Schweiz regelmässig nachgewiesen. Bisher seien ausschliesslich männliche Exemplare tot aufgefunden und beziehungsweise oder genetisch bestätigt worden. Hinweise auf eine Fortpflanzung in der Schweiz liegen bislang nicht vor.
Der Goldschakal wandert nach Angaben der Stiftung KORA auf natürlichem Weg in die Schweiz ein und gilt nicht als invasive Art. Die neue Studie schaffe nun eine wissenschaftliche Grundlage, um mögliche Entwicklungen bei der weiteren Ausbreitung der Art in der Schweiz besser einschätzen zu können.
Weitere Infos zur Studie sind hier zu finden: https://nsojournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/wlb3.01666
29.06.2026